Ich sitze auf 3.100m im Bergrestaurant Hohsaas und schau auf den Gletscher. Ich habe die Auf- und Abstiegsspuren im Blick. Bergsteiger kommen und gehen. Wenn es so viele Leute tun… warum dann nicht auch ich!
Der Berg wirkt respekteinflößend. Monströs. Ich lehne mich zur Seite, um den Gipfel zu sehen: Das Weißmies. Wohl um mich mental darauf vorzubereiten. Weit oben in der Ferne geht eine 4er- Seilschaft aufwärts, um 16 Uhr.
Draußen kreisen Dohlen, schweben im Wind, lassen sich tragen. Sie segeln hin und her, mühelos von einem Stein auf den anderen. Der Gipfel ist mittlerweile in Wolken gehüllt, die Seilschaft am Abstieg. Es scheint nicht steil, das Stück vom Gipfel bis zur ersten Steilstufe. Es sind bestimmt knapp unter 0°C da oben. Windig, wolkig, KALT 🙂 Das wird ein Spaß!
Es war eine gute Idee hier zu übernachten. Das gesamte Gebäude ist neu. Riesige Panoramafenster bieten freien Blick auf Berge, Schnee und Eis. Mein Kopf bereitet sich auf die kommende Woche vor. Die Gedanken springen von anstrengenden Touren und Gletscherbegehungen zu Hüttenübernachtungen, leckerem Essen und wunderschönen Ausblicken.
Vor mir sitzt eine Gruppe mit Bergführer. 3 bis 3,5h dauert wohl der Aufstieg. Geht eigentlich, stetig steigend, konzentriert einen Fuß vor den anderen setzen. Ich hoffe wir starten im Dunklen, dann registriert mein Körper die Anstrengung nicht. Eins nach dem anderen…
Erst einmal duschen! Eine heiße Dusche tut gut nach dem anstrengenden Aufstieg zum Bergrestaurant. Die Haare trocknen im Restaurant. Es braucht wirklich wenig, um sich wohlauf-holen. Einen Rucksack mit ein paar Klamotten, eine Dusche- wenn auch kurz. Fertig!
Die kurze letzte Nacht macht meine Augen schwer. Meine Gedanken fliegen zurück zur letzten Hütte, von der ich gekommen bin…