Magische Orte in Kirgisistan

Kirgisistan Son-Kul

Kirgisistan berührt. Das Land fängt dich ein mit allem, was es zu bieten hat. Allem voran die Menschen! Sie wirken harsch, verschlossen, fast hart und unerbittlich. Die Fassade verschwindet, wenn du ihnen mit offenen Augen und freundlichem Lächeln begegnest. Offenheit – eine so wichtige Eigenschaft auf Reisen.

Und dann ist da diese unbändige Natur in Kirgisistan, die dich einnimmt und der du einfach nicht entkommen kannst! Es ist unmöglich nicht zu staunen und sich der Weite hinzugeben. Den leicht ineinanderfließenden Hügeln, den grünen satten Wiesen im Sommer und den von Bienen, Hummeln und Grashüpfern sirrenden Blumenwiesen. Sie sind wunderschön und erinnern mich an meine Sommerferien bei meinen Großeltern. Die Natur ist ein Juwel in Kirgisistan! Jeder einzige Gipfel wirkt unerreichbar hoch, sind sie doch oft über 4.500 m hoch.

Sommerferien – Detox pur

Du triffst auf Seen über 3.000m Höhe, gelegen auf einer wunderschönen Hochebene, auf der Pferde stehen und galoppieren: So zum Beispiel der Son-Kul Lake. Dunkelbraune, hellbraune und mit unbändiger Mähne stehen sie und fressen sich satt am unendlich grünen Gras. Im Sommer zwischen Mitte Juni und Anfang September wird die Hochebene als Weide genutzt. Kirgisen kommen während dieser Zeit aus den Dörfern im Tal hier rauf, um Pferdemilch, Käse und Butter herzustellen, die nach dem Sommer im Tal verkauft wird. Schulkinder haben 3 Monate Ferien und verbringen auf dieser unendlichen Weite ihren Sommer, umgeben von Natur, Tieren und Familie. Hier oben ist kein Handy-Empfang. Es wird gearbeitet, gespielt, gefaulenzt. Sie backen Brot, helfen Großeltern, Tanten und Onkeln oder den Eltern bei alltäglichen Arbeiten. Sie spielen Fußball und Fange, sie sitzen am Bach und bauen Staudämme oder hören dem Wind zu. Eine Kindheit fern jeglicher Hektik. Son-Kul ist ein magischer Ort, dessen Einzigartigkeit kaum zu beschreiben ist.

Leben auf einer Hochebene

Hier oben wird es kühl am Abend. In ihren Yurten sitzen und schlafen sie dann alle gemeinsam. Die Yurte dient als Esszimmer, indem ein flacher langer Tisch steht. Drumherum Teppiche, Kissen und Decken, auf denen man bequem sitzen kann. Diese Stille unbezahlbar. Der See ruht. Vögel fliegen umher und fangen die wenigen Insekten, die es hier oben immer noch gibt. Am Abend gibt es gegrilltes Fleisch, selbst gebackenes Brot und Tee. Etwas Salat und Gemüse sind auch dabei. Für Experimentierfreudige gibt es frische Pferdemilch, mit einer Kelle aus einem Eimer in eine Schale gefüllt. Schmeckt eigentlich ganz gut, meine erste Wahl wird es allerdings nicht.

Authentische Menschlichkeit und Willkommenskultur

Kirgisistan mit all seinen natürlichen Ressourcen und den warmherzigen Menschen berührt mich tief. Es fühlt sich an wie ein Ankommen. Die Menschen nehmen dich wie du bist, du bist Gast- und so wirst du auch empfangen. Die wahnsinnig herzliche Gastfreundschaft und dazu der Gedanke „inshallah“ in all ihrem Handeln verbinden sich zu einer Kultur, die ich lieben gelernt habe. Sie fühlt sich heimisch an und trifft mein Herz. Probleme werden dann gelöst, wenn sie entstehen. Es gibt keine „Wenn-Danns“, keine theoretischen Überlegungen, was passieren könnte oder „im Fall der Fälle“. Jeder Tag kommt wie er kommt.

Chon Kemin

Im Chon Kemin Tal ist es ähnlich magisch wie am Son-Kul. Nur zwei Stunden von Bishkek entfernt erreichst du einen Nationalpark, der umsäumt ist von über 5.000m hohen Bergen. Es ist ein weites Tal, durch das sich eine Straße von Dorf zu Dorf schlängelt. Es sind kleine Siedlungen mit alten Häuschen, Gärten und: Ladas! Fast jedes Auto ist ein alter Lada, der in der Hofeinfahrt steht. Alte Männer mit Hüten fahren gemächlich auf quietschenden Fahrrädern durch das Dorf. Kinder rennen, schreien und spielen. Pferde stehen auf den Wiesen und Wegen. Jeder kann reiten. Ein Mädchen und ein Junge kommen mir auf einem Pferd entgegen. Lachende Gesichter, sie brabbeln und lassen die Zeit hoch zu Roß verstreichen. Zwei Jungs laufen Arm in Arm durch die Straßen. Altklug wirken sie, tauschen sie sich aus über Dinge, die ich nicht ganz verstehe. Irgendetwas mit Autos und spielen.

Diese Ausgelassenheit!

Überhaupt wird gern und viel gefeiert und gelacht! Musik ist ein wichtiges Instrument, um den eintönig wirkenden Alltag zu beleben. Die Menschen tanzen, singen und sind laut. Der Gegenpol zum meist ruhigen Alltag.

Ich sitze mit meinem Host im Gasthaus. Wir sprechen über dies und das. So ergibt sich, dass wir wenige Minuten später im Auto sitzen und in die Stadt fahren. Stadt bedeutet hier: Es gibt einen Markt, mindestens einen etwas größeren Supermarkt, Bankautomaten und eine Tankstelle. Wir erledigen die wichtigsten Besorgungen, kaufen gemeinsam Gemüse für die Küche und nehmen auch Kirschen mit, frisch geerntet aus jemandes Garten. Und wie selbstverständlich zahlen wir per QR-Code. Kein Bargeld, keine Kreditkarte. QR-Code scannen und fertig. Dieser Kontrast ist reiner Pragmatismus. Ich liebs!

Was ist mein Fazit aus dieser Reise?

  • Kümmere dich um die Themen, wenn sie aufkommen und wenn Probleme auftreten und gelöst werden müssen. 
  • Inshallah – Es wird immer eine Lösung und einen Weg geben
  • Sprache – Lerne Sprachen, um das Herz der Menschen zu erreichen und dir die Möglichkeit zu geben, tief in eine Kultur einzutauchen und dich mit den Menschen über ihr Leben austauschen zu können
  • Folge deiner Intuition – Wenn es dich in ein Land, eine Situation oder an einen bestimmten Ort zieht, folge.
  • Ruhe – Trau dich, die Ruhe zuzulassen

Meine Empfehlungen

  • Chon-Kemin – Kemin Guesthouse: https://www.instagram.com/kemin_house
    Sehr schöne Unterkunft mitten im Chon-Kemin Tal! Das Team ist herzallerliebst, das Essen frisch, modern und gleichzeitig traditionell zubereitet.
  • Am Yssikköl See: https://silence-hotel-ik.com/en/
    Wunderschönes Hotel direkt am See mit Strandzugang, sehr herzlichen Gastgebern und Platz zu Entspannen
  • In Karakol: Green Yard Hotel: https://greenyard.kg/
    Moderne Zimmer, ruhig gelegen, tolles Frühstück und viel Platz im Garten, um einfach mal zu sein.
  • Son-Kul See: Übernachtet auf 3.000m in einem Yurten-Camp und genießt 2 oder 3 Tage die Ruhe, den Blick auf Pferde, Yurten und natürlich den See ohne Handy-Empfang. Entspannung pur!
Viel Spaß beim Entdecken Kirgisistans!

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