Trekkingtour durch die Sahara – So läuft es im Detail ab

Anreisen, ankommen, durchatmen. Das ist es, was ich empfehlen kann. Kommt ein paar wenige Tage vor Beginn der Tour an. Da meine Tour etwa 3h Stunden entfernt von Marrakesch startete, bin ich aus Berlin nach Marrakesch mit einem Direktflug angereist. Dass ich dabei meiner eigenen Empfehlung an dich nicht gefolgt bin… naja 🙂

Der Tourverlauf

Tag 1 – Fahrt zum Startpunkt der Tour nach Foum-Zguid im Süden Marokkos

Start 7:30 Uhr in Marrakesch. Mit dem klimatisierten Kleinbus werde ich abgeholt. Die Fahrt beginnt, raus aus der Stadt hinein in malerische Landschaften geprägt von Bäumen und Gebüsch, steinigen Hügeln und roten Erden. Unterwegs ein Stopp entlang der Straße zum Frühstücken. Danach gehts weiter und  innerhalb von etwa 5 Stunden komme ich an in einem Ort, umgeben von orange-farbenem Gesteinen, Sand, Kargheit und ganz viel Sonne. Nach kurzem Aufenthalt in einem einfachen liebevoll hergerichteten Hotel ging es zu Fuß in den Ort. Ziel: den Stoff für den Schech aussuchen. Meiner war schön lachsfarben-leuchtend! Es sind nichts anderes als lange Stoffbahnen, die man sich auf den Kopf wickelt. Der kleine Ort beherbergt Lebensmittelläden à la „Tante Emma“ mit kühlen Getränken, einer großen Auswahl an Nüssen und Snacks. Ein Fleischer und Bäcker durfte auch nicht fehlen. Entspannen im Hotel am Pool und flugs war der Tag vorbei und das Abendessen zur Stärkung für den ersten Trekking-Tag stand bereit.

Das Hotel Riad Assia mit super netten Gastgebern, tollem Essen und Pool: https://riad-assia-foum-zguid.com/

Tag 2 – Die Trekking Tour beginnt.

Treffen 7.30 Uhr zum Frühstücken am Pool. Es gibt Brot, Marmelade, Ei aus der Tajine, Mandelmus und Käse. Gegen 9 Uhr stehe ich in der Wüste. Noch keine Sanddünen weit und breit, dafür steiniger staubiger Boden unten den Schuhen, den Rucksack auf dem Rücken mit Blick auf 13 Kamele, die beladen werden. Ich bin gut drauf und voller Tatendrang endlich loszulaufen. Eine letzte Kontrolle des Schech und dann geht es los! Ca. 15 Kilometer liegen vor mir, bevor ich das Camp erreichen werde. Mustapha und Lotr, sein Kamel traben vor mir weg. Und ich hinterher. Du wirst schnell merken auf der Tour, dass es meditativ wird. Das starren den Hintern des Kamels, einen Fuß vor den anderen setzend.

Das Ziel: Mitten in der Wüste ohne erkennbaren Marker. Vielleicht die nicht-trinkbare Oase. Dort wird das Lager aufgeschlagen. Das Küchenzelt steht zu Beginn, danach baue ich mit dem Team das Team-Zelt auf, wir rollen die Teppiche aus und genießen den Schatten unter der Plane. Nüsse und frischer Salat werden vorbereitet und zur Stärkung ins Zelt gebracht. Jetzt heisst es: Der Hitze entfliehen, im Schatten liegen und Wasser sowie Energie aufnehmen. Der erste Tag Wüstenhitze hinterlässt erste Spuren.

Unterkunft: Zelt mitten in der Wüste

Tag 3 – Weiter geht es durch steinigen Untergrund hinein in die Wüste. Die Zivilisation lasse ich mehr und mehr hinter mir. Ein gutes Gefühl. Es werden wieder etwa 12 bis 15 km, die ich gehen werde. Die Sonne prasselt ins Gesicht und auf den Körper. Ab 12 Uhr brennt sie gnadenlos!

Unterkunft: Aufenthaltszelt mitten in der Wüste. Durch den Sturm konnten wir die Zwei-Mann-Zelte nicht aufbauen. Wir alle kamen unter dem Aufenthaltszelt unter, eng nebeneinander wie in einem Matratzenlager einer ALpenvereinashütte.

Tag 4 – Erste Verluste

Tag 4 offenbarte uns ernsthafte Herausforderungen, die sich im Team zeigten. Vier von uns ging es nicht gut: Magen-Darm, Erkältung und Erschöpfung. Die Wegstrecke an sich nicht lang, jedoch kräftezehrend durch viele Pausen und das langsamere Vorankommen. Anpassen nicht nur an Klima, Luft und Hitze sondern auch an die sich verändernde Gruppen-Dynamik.

Der sonstige Ablauf aus den zwei vorangegangenen Tagen wiederholt sich: Frühstücken, zusammenpacken, Zelte abbauen und losmarschieren. Nach der Ankunft im Lager alles aufbauen, bei den Vorbereitungen fürs Essen helfen, Trinkwasser aufbereiten und ausruhen. Dieser doch sehr ähnliche Ablauf geht in den nächsten Tage in eine echte Routine über.

Die Unterkuft: Auf dem Teppich im Schlafsack in einer ehemaligen Militär-Anlage.

 

Tag 5 führt uns in die Dünen-Landschaft. Endlich Sand unter den Füßen! Wir kommen unter im Camp von Mustapha, der mit seinem Team Bivouac Les Nomades betreibt und regelmäßig Touristen empfängt. Tolles selbst gemachtes Essen, frisch und mit Liebe gekocht. Am Abend gibt es eine kleine „Show-Einlage“ am Feuer. Nichts super touristisches, sondern mal sanfte, mal laute Klänger traditioneller Berber Musik. Es wird getrommelt, gesunden, getanzt. Ich liebs! Einfach nur beeindruckend frei unter Sternenhimmel inmitten der Wüste zu sein.
Unterkunft: Unter dem freien Sternenhimmel in den Sanddünen – ein Traum!
Alternativ: Ein Bett in einem der kleinen Häuschen im Camp.

Tage 6 und 7 laufen sehr ähnlich ab. Die Gruppendynamik trotz der vier verlorenen Team Mitglieder sehr gut. Jeder schleppt sich etwas mit Magen-Darm oder einer Erkältung herum. Das Besondere: Das Team steht füreinander ein. Ich konnte für einen Tag mein schweres Gepäck verteilen, weil mich auch eine Erkältung erwischte. Ich bin dankbar, so viele tolle Menschen kennenzulernen und extrem motiviert weiter zu marschieren.

Tage 8 und 9 führen uns ins Gebirge hinein. Aufgrund der allgemeinen Gesundheitslage nicht so tief ins Gebirge wie geplant, jedoch nicht weniger beeindruckend!

Das Gelände wird wieer steinig, der Boden an manchen Stellen aufgerissen, sodass man über eine Art Tonscherben läuft. Der Regen der letzten Tage hatte den Boden aufgeweicht. Die anschließende Sonne Schicht um Schicht wieder trocknen lassen. Bei zu hoher Hitze platzt der Boden auf und man sieht diese typischen Tonscherben, die so schön knirschen unter den Füßen.

Diesmal werden die Strecken länger. 22km an Tag 8 waren extrem herausfordernd, insbesondere ab 12 Uhr mittags. Der Kopf dröhnt etwas wegen der hohen Hitze, die Luft flimmert in der Ferne. Die Wasserkanister sind noch gut gefüllt. Die bisherigen Brunnen und Wasserstellen hatten ausreichend Wasser, sodass unsere Co-Guides regelmäßig auffüllen konnten.

Mustapha grinst. Er erzählt etwas von Pool und Überraschung fürs Team. Ist es der Berber-Humor oder sollte es tatsächlich einen Pool geben? Das nächste Camp ist beeindruckend schön! Schatten unter Bäumen und ein Wasserloch. Ein riesiges Wasserloch, ein keliner See wohl eher! Ich konnte es kaum fassen! Frisches Wasser zum Schwimmen, Abkühlen und Waschen! Ja, das war eine echte Überraschung und füllte die Batterien und Speicher des Teams augenblicklich wieder auf! Und die Mücken am Abend und in der Nacht… haben fast gar nicht gestört…

Die letzten Tage führen uns aus dem Gebirge wieder raus ins offene Gelände. Die Landschaft weitet sich, die Rucksäcke werden leichter und auch die Kamele haben immer weniger zu tragen. Mehl, Gemüse, Couscous, Fischdosen und Reis sind mehr und mehr aufgebraucht. Die Tiere werden langsamer, auch unser Kamel, das Mustapha mitführt, hat keine große Motivation mehr weiter zu traben. Das Seil, an dem es durch Mustpha geleitet wird, strafft sich. Lotr lässt sich ziehen, so scheint es.

Unsere letzte Station ist M’Hamid. Ein typischer marokkanischer Ort: Kleine Läden, Stoffe für den Schech, Snacks und Nüsse, eine Moschee mit Lautsprechern auf dem Dach. Am Ende des Ortes wartet ein kleines Highlight: Mittagessen in einem tollen Hotel. Frischer Salat, Couscous, Gemüse und ahlweise Fleisch aus der Tajine. Wasser, einen Tee und für die Füße erfrischendes Pool Wasser. Es ist eine tolle Anlage und ich werde es für meine nächste Marokko Rundreise auf jedem Fall im Hinterkopf behalten!

Das Highlight: Ein Hammam! Ein kleines traditionelles Hammam etwas außerhalb des Ortes. Drei kleine Räume:

  • Einer zum Ausziehen
  • Einer zum Waschen
  • Einer zum Wasser holen

Du kannst dir nicht vorstellen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit hier drin ist! Ein Becken mit kochend heißem Wasser, ein Wasserhahn aus dem kaltes Wasser kommt. Auf kleinen Plastik-Hockern sitzend kann man sich waschen mit einem Eimer, in dem man zuvor das heiße und kalte Wasser gemischt hat. Du schwitzt alles raus, du wäschst dich und danach bist du immer noch nass von der Luftfeuchte. Aber ehrlich: Bist du einmal ausgedampft an der frischen Luft, fühlst du dich wie neu geboren. Ich fand es ein tolles Erlebnis!

Nach der Waschung gehts zurück zum Camp, zum Glück mit dem Jeep über 5km huckelige Piste. Der letzte Abend in der Wüste, noch ein letztes Mal schlafen unter freiem Himmel.

Danke an alle, die das Erlebnis so einprägsam gemacht haben, besonders an

  • Unsere Local Guides Mustapha, Addi und Hassan
  • Das tolle Team, mit dem ich unterwegs sein durfte
  • Die Wüste, die sich jeden Tag neu und doch gleich zeigte
  • Die vielen tollen Menschen, die ich auf der Reise kennenlernen durfte

Tauche mit mir ein in eine faszinierende Landschaft, in ein Abenteuer, das du nie vergessen wirst. Ich bringe dich in kleinen Gruppen und mit der Unterstützung lokaler Guides nach Marokko in die Sahara. Bei mir bist du mehr als nur ein Teilnehmer, du bist Teil des Teams, Teil der Familie. Vergiss den Alltag und lass dich von mir in neue Welten entführen. Bereit für unvergessliche Erlebnisse? Dann pack deine Sachen, ich kümmere mich um den Rest!

Mein Partner vor Ort

Mustapha, ein moderner Nomade, den du ins Herz schließen wirst. Und er dich!

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