Der Tag heute war anstrengend. Ein ständiges Auf und Ab. Verrückt, ganz wie im echten Leben.
Ich habe heute nicht viel nachgedacht unterwegs. Finde ich nicht schlimm. Körperliche Anstrengung und schöne Landschaften ringsherum, Tage wie diese entspannen mich. Es ist schon schön hier, mit all den unperfekten Dingen in Nepal.
Die Unterkunft heute ist sehr nett. Mehr als nett, fast idyllisch. Es wird wieder auf Feuer gekocht. Das ist einzigartig toll, finde ich. Der Geruch des Feuers und der Holzverbrennung leiten so langsam ein Ritual ein. Er ruft ein heimeliges warmes Gefühl hervor, Ein Gefühl, das ich mit Ankommen verbinde. Das ist beruhigend und schön zugleich.
Noch vor 2 oder 3 Tagen konnte ich die Kinder nicht mehr sehen, im Dreck spielend, schmutzige Leitung und verschmierte Gesichter. Heute… ist es ein fast normales Bild. Es zeigt mir, dass ich dankbar sein kann – und sogar muss – für alles, das ich empfangen durfte.
Die Einfachheit des Lebens, die mir hier begegnet, ist kaum zu beschreiben. Jeder baut in seinem Garten Obst und Gemüse an. Zum eigenen Gebrauch oder für das Bewirten der Gäste. Riesige Gurken, Kürbis, Bohnen, Kartoffeln. Spinat und Cabbage, daraus wird später Curry gekocht.
Das Curry wird dann entweder zum typischen Dhal Bhat oder einfach zu „Plain Rice“ gereicht. Es wird alles frisch verkocht. Das ist „just amazing“. Am Abend und zum Mittagessen werden alle Zutaten frisch geerntet, geschnippelt und dann gebraten, in Öl frittiert oder einfach gekocht. Je nachdem, was man bestellt. Ehrlich, das ist besser als das, was wir in Deutschland unter „Bio“ und „organic“ handeln.
Fast muss ich lachen bei dem Gedanken daran, in Dresden im Bioladen um die Ecke zu stehen… mit Avocados aus Peru, Paprika aus Spanien und Tomaten aus den Niederlanden! Wie verrückt das doch alles ist. Trends werden ausgeschlachtet und bis aufs letzte bisschen ausgequetscht, bis sie nicht mehr wahr, nicht mehr echt sind.
Hier ist bodenständiges Essen das einzige, das die Menschen interessiert und das sie brauchen. Alles andere ist zu teuer. Und warum sollte man sich auch nach anderen Dingen sehnen, wenn der eigene Garten doch so viel unglaublich leckere Gerichte auf den Herd zaubert.