Mein erster Gastbeitrag! Wow wow wow! Mein Gesprächspartner ist Johann, Unternehmer, Visionär und Reisender. Ja, Reisender, nicht Tourist. Es zieht ihn ins Warme: Sonne tanken, aufs Wasser schauen, im warmen Sand liegen. Und diesmal hat es Johann nach Sardinien verschlagen. Warum und wie es ihm dort gefallen hat, verrate ich euch in diesem Gastbeitrag.
Ina: Johann, erst einmal danke dafür, dass du hier für uns deine Erlebnisse auf Sardinien teilst. Ich habe im Vorgespräch schon gemerkt, dass es für dich ein besonderer Ort ist. Lass uns mal starten: Warum Sardinien?
Johann: Man hört so viel über Sardinien. Die Insel für die Reichen und die Schönen. Für mich galt es der Kälte Frankfurts zu entkommen. Laut Wetterdienst wurde für Deutschland in den nächsten 5 Tagen Schnee (im April!) vorausgesagt. Auf Sardinien erwarteten mich 24 Grad. Ich mache abwechselnd work and travel. Paar Tage Deutschland und als Abwechslung ab in die Sonne. Da war die Entscheidung einfach: Flug von Berlin nach Olbia!
Ina: Spontan! Erzähl doch mal, wo suchst du nach Reisezielen und vor allem wo findest du so spontan Flüge, Hotel und alles, was du so für dich auf einer Reise brauchst.
Johann: Flüge suche ich meist über google flights. Kurz vor dem Abflug noch über booking ein Hotel buchen und schon ging es los. Tipp von mir: Es gibt mehrere Flughäfen, schaut euch an, wie weit die Hotels davon entfernt liegen. Mein Hotel war in Pula, also genau auf der anderen Seite der Insel und 300 km entfernt vom FLughafen Olbia. Naja, dann eben kurzfristig noch ein Auto mieten. Ebenfalls über Booking bekam ich ein sagenhaftes Angebot. Für 55 Euro für ein Auto für eine Woche mit unendlichen KM – das war es wert
Ina: Wie war dein erster Eindruck von Sardinien in Bella Italia?
Johann: Es gibt mehrere Alternativen die Insel zu durchqueren. Entweder über die Autobahn, die fast lückenlos die Insel durchquert, oder über leere Bergstraßen, voller Serpentinen und reizvoller Landschaft. Auf der Hinfahrt habe ich die Serpentinen gewählt auf der Rückfahrt die Autobahn. Die Insel ist nicht wirklich bewohnt. Ich hatte den Eindruck, dass die Landwirtschaft und der Tourismus den Ton angeben, wobei zu der Jahreszeit vom Tourismus noch keine Spur war. Ich war überwiegend ungestört allein. Bevor die Frage kommt (lacht und grinst): Was ich empfehlen kann, ist das NOHA Lifestyle Hotel in Pula. Das Hotel scheint neu zu sein, große Zimmer, tolles Bad, riesige Terrasse und viel Platz drum herum. Guter Startpunkt für Wandern, Radfahren, Essen gehen oder aber auch in Ruhe arbeiten.
Ina: Wir kennen uns ja schon eine Weile und ich weiß, dass du ein absoluter Foodie bist. Ja, so sagt man das heute (lacht). Wie war das Essen auf der Insel? Wenn es so ruhig war, war vermutlich noch nicht viel geöffnet oder?
Johann: Mein Hotel hatte nur Frühstück. Das hatte vermutlich einen Grund, denn die Fülle von guten Restaurants ist immens. Am ersten Tag habe ich die Liste für die Woche erstellt. Google half mir zwar mit Bewertungen, aber ich hatte Spaß jedes einzelne Restaurant vor Ort zu inspizieren und einen Tisch zu reservieren. Zwischen einer einfachen Pizzeria und einem Guide Michelin Sterne Restaurant findet man alles.
Am ersten Abend war ich mitten auf der Piazza del Popolo Pizza essen. Auf der Karte stehen nur Pizzen, doch die lohnen sich. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal eine so gute Pizza gegessen habe, abgerundet mit einem weichen Weißwein, aus der Region natürlich. EIn super Start in die Woche!
Was ich empfehlen kann, ist Frederico´s. Kleiner gemütlicher Italiener, regionale Gerichte. Super Ambiente, und vermutlich die erste Anlaufstelle für Touristen. Wer Fisch liebt, für den ist Da Giancarlo die erste Adresse. Die Fische kommen direkt von vor der Haustür, ohne Kühlkette dazwischen! Frischer kann man es nicht haben. Das Restaurant ist immer voll, überwiegend Einheimische, die nach Feierabend ausgehen und auch mal länger bleiben. Italiener eben – man wird um Mitternacht nicht rausgeworfen. Parken vor Tür möglich… Auch keine Polizei, wenn man mit einem Glas am Steuer sitzt (grinst).
Ina: Das klingt fantastisch! Fast ursprünglich, nah, echt und einfach herzerwärmend. Das Echte und Urpsrüngliche ist es, das mich auch reizt und wonach ich auf Reisen immer schaue… Wie ich dich kenne, hast du auch für die Feinschmecker unter uns etwas gefunden und ausprobiert, oder?
Johann: Ja klar, Fradis Minoris. Das Restaurant hat einen Michelin Stern und liegt auf einer Landzunge. Man sitzt also immer in der ersten Reihe und hat einen Blick über das Wasser. Es gibt 4 Gänge Menüs und ein 7 Gang Menü. Ich hatte die 7 Gänge, wobei der Koch zwischendurch sein Können zeigen wollte und mir einen zusätzlichen Gang spendierte. Am Ende landete ich bei 9 Gängen, weil immer wieder was außer der Reihe serviert wurde. Das war beindruckend! Ich habe Chips aus Fischaugen gegessen. Das Thema Nachhaltigkeit wird auf der Insel ernst genommen und voll ausgelebt! Beispielsweise hatte ich einen Brei, von dem ich ausging, dass es Kartoffeln waren. Aber es war das Wasser vom Reiskochen, also eine weißliche Brühe. Wenn man das runter reduziert, bekommt man einen großartigen intensiv schmeckenden Brei. Auch bei den Weinen wird aus der Not eine Tugend gemacht. Man pflanzt die gleiche Rebsorte auf mehreren Böden, bspw. mitten im Sand am Strand, oder in den Felsen. Durch die Mineralien und verschiedenen Lagerungen in diversen gebrauchten Fässern, bekommt dieselbe Rebe einen komplett eigenen Geschmack. Wahnsinn!




Auch super sind Cucina Machri oder Sa Domu Sarda. Mitten am Strand liegt Don Carlo. Meine Empfehlung: Einfach mal alles ausprobieren!
Hotelempfehlung: https://www.nohahotel.it/
Restaurantempfehlungen:
- http://www.fradisminoris.it/en/home-3/ (Michelin Star)
- https://www.federicos.it/dove-siamo
- http://www.cucinamachri.it/
- https://www.facebook.com/doncarlopula
Ina: Danke Johann, für die tollen Eindrücke. ICH bin auf jeden Fall überzeugt und Sardinien steht auf meiner Bucketlist. Lass uns noch einen Schwenk machen hin zu Landschaft, Sport und Ausflusgmöglichkeiten. Für wen lohnt sich – neben den Foodies unter uns – noch ein Besuch auf Sardinien?
Johann: Die Landschaft ist typisch für diese Region bzw. Breitengrade. Die Vegetation kann genauso in Spanien, Südfrankreich oder Griechenland sein. Liebhaber von Bergen, wandern, Radfahren und Strandurlaub kommen alle auf Ihre Kosten. Die Qualität der Straßen ist nicht sonderlich gut. Schlaglöcher, auch auf der Autobahn sind eher normal als Ausnahmen. Mit einem professionellen Rennrad kommt man vermutlich schlechter voran als mit einem Mountainbike. Man kann fast überall Fahrräder ausleihen. In meinem Hotel standen sicherlich mehr als 30 Räder zur Auswahl. Für 5 Euro am Tag. Die Radwege sind gut ausgebaut, man kann also auch ein Hotel außerhalb nehmen und mit dem Rad schnell in die Stadt reinkommen. Der Sandstrand war für die felsigen Buchten groß und breit. Zu meiner Zeit war jedoch kaum jemand am Strand, da für die heimische Bevölkerung 24 Grad als zu kalt empfunden wird. Der Sand ist hell und angenehm. Das Wasser ist glasklar.
Ina: Also eine Empfehlung durch und durch?
Johann: Nach einer Woche Arbeiten in der Sonne und abends die beste Küche der Welt zu genießen… Ich empfehle für alle, die Stress haben und etwas runter kommen wollen, nach Sardinien zu fahren. Pula ist der richtige Ort: Unberührt, nicht touristisch versaut, authentisch einheimisch, tolles Essen und tolle Menschen. Tipp: Mit Italienisch oder spanisch kommt man schneller voran!