Ein paar Rückblicke

Die Armut, die mir zu Beginn entgegenschlug wie eine schmetternde Tür… wie wenn ein Teenager wütend die Türen zuschlägt… mit dieser Armut konnte ich zum Schluss recht gut umgehen. Auf dem Land, während des Treks.

Arme Menschen auf dem Land sind etwas anderes als in der Stadt, besser gesagt im Moloch Kathmandu. Jetzt, wo ich in Pokhara, der zweit größten Stadt Nepals, angekommen bin, erkenne ich erst das Ausmaß Kathmandus. Pokhara ist anders. Auch nepalesisch speziell, aber ruhiger. Entspannter mit einem tollen See.

Doch zurück… arme Menschen auf dem Land wirken anders, als in Kathmandu. Sie sind zu einem großen Teil Selbstversorger. Hartes Leben? Keine Frage! Wenn du etwas brauchst, läufst du – mit etwas Glück – in Sneakers bis irgendwohin , wo du etwas kaufen kannst. Ohne Glück an deiner Seite gehst du in Badeschlappen. Durch Schlamm, Regen, Sonne, Dschungel und Donkey-Poop. Über Steine und Wurzeln. Dabei hast du nix außer deiner Kleidung, die du am Körper trägst. Und Esel, wenn das Dorf welche hat. Du Esel transportieren Gas, Reis, Gewürze, Dosen… was auch immer gebraucht wird. 

Mit den Eseln ziehst du also los und treibst sie an. Mit Pfiffen oder komischen Lauten, die eine Mischung aus aus der Kehle stimmhaft ausgeblasener Luft und schreien ist. Deine Besorgungen dauern oft mehrere Tage. Mindestens 1 Tag bis zum nächsten Dorf. Weiter weiter, den ganzen Tag. Du begegnest anderen Trägern, die einen Käfig mit vielleicht 20 Hühnern transportieren. Oder Eier, oder Abflussrohre auf dem Rücken. Manchmal Bambuskörbe vollgestopft mit von außen undefinierbarem Gut.

Angekommen n einem Ort, wo du deine Waren einkaufst oder tauschst, legst du dich schlafen. Dort, wo Platz ist. Vielleicht bei Freunden oder Familie. Am nächsten Tag packst du die Esel. Jeder trägt einige Kilos auf es Rücken. Links und rechts hängen Reissäcke oder Gasflaschen oder Baumaterial. Du packst also die Esel und gehst zurück. Same way, same donkeys. Same life till the end. Jahr für Jahr. Ein hartes Leben? Du kennst es nicht anders.

Alles ist Zufall. Wirst du dort geboren, in den Dörfern des Himalayas, ist dein Leben einfach- und hart. Nicht komfortabel und mit sehr viel Arbeit und Anstrengung verbunden. Du hast eiskalte Winter mit viel Schnee und später warme Sommer. Dein ganzes Leben bewegt sich zwischen den Extremen: Hitze und Kälte, schwere körperliche Arbeit im Sommer und Stille und Nichts-Tun im Winter. Strom, wenn du Glück hast.

Und dann hast du Gemeinschaft, ein ganzes Dorf bei dir. Vielleicht 100 Menschen, manchmal 50 oder 20. Und du hast dich, dich und deine Gedanken.  Du, das Dorf und absolute Grundbedürfnisse sind deine Welt. Sternenhimmel, schneebedeckte Gipfel um dich herum. Wald und Tiere.

Du hast vielleicht ein Gasthaus, wo Touristen ein- und ausgehen und anschließend über dich schreiben. Wie unwirklich und unvorstellbar das Leben im Himalaya scheint.

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